Skilanglauflauf

18. Landesmeisterschaft im Skilanglauf (Freistil und Sprint)

57 Starter aus Brandenburg und Sachsen gingen in den Disziplinen Freistil und Sprint auf einer Lang- und Kurzstrecke an den Start.

Trotz des schlechten Winterwetters trafen sich die Skiläufer aus Brandenburg zur 18. Landesmeisterschaft im Skilanglauf im noch schneebedeckten Osterzgebirge in Zinnwald- Altenberg. Für die Meisterschaft standen diesmal das Biathlonstadion und die Laufstrecken am Kahleberg zur Verfügung.
Hier trainiert sonst der Altenberger Starbiathlet Michael Rösch, der derzeit im Weltcup unterwegs war und sich auf die Weltmeisterschaft vorbereitete.
Zu den Wettkämpfen der brandenburgischen Skisportvereine gesellten sich traditionsgemäß auch Skisportfreunde aus Sachsen und verstärkten das Starterfeld in den Kinder-, Jugend-, Aktiven- und Seniorenklassen.
Rennleiter Erhard Sponner vom Skiverein Sedlitz bot für alle anspruchsvolle Loipen mit Anstiegen und Abfahrten an, die bei dem nassen Schnee viel Kondition abverlangten.
Wie erwartet, wurden die schnellsten Zeiten von den sächsischen Skifreunden erbracht. Die Landesmeistertitel gingen im Kinder- und Jugendbereich hauptsächlich an das Ski & Skateteam Senftenberg und an den WSV 1923 Bad Freienwalde. Die Vereinstrainerin Verena Jüstel aus Senftenberg und Landestrainer Sven Koch aus Bad Freienwalde konnten sich über die Ergebnisse ihrer Trainingsarbeit freuen.

Im Erwachsenen- und Seniorenbereich gingen die Titel an den WSV Schwarzheide, MSV Tripoint Frank-furt/Oder und SV Sedlitz BW 90.
Als die Wettkämpfe am Sonnabend gegen Mittag beendet waren, entschloss sich die Rennleitung, zusätzlich einen Sprintwettkampf im Freistil durchzuführen. Fast alle Sportfreunde gingen nochmals an den Start. Alle Kinder absolvierten 3 Stadionrunden und wurden lautstark von Ihren Vereinmitgliedern angefeuert. Ebenso erging es den restlichen Startern, die jeweils eine, zwei oder drei Streckenrunden in der Loipe laufen mussten. Freizeitskiläufer und Gäste, die zufällig in der Nähe unterwegs waren, verfolgten ebenfalls lautstark das Rennen. Zwei Skiläufer wollten sich diesen Spaß nicht entgehen lassen und entschlossen sich spontan, am Rennen teilzunehmen.
Der Landesskiverband Brandenburg bot mit den Organisatoren Erhard Rolle und Erhard Sponner und mit ihrem Kampfrichterteam bei den schlechten Schneebedingungen einen anspruchsvollen Wettkampf. Wegen des anhaltenden Tauwetters konnten die Wettkämpfe im klassischen Stil am Sonntag nicht durchgeführt werden.

 

    Kommentar:

    Kinder motivieren den Vereinsnachwuchs


        
     
    Das ist Johanna Wolke vom Skiclub Cottbus. Mit ihren 2 Jahren ist sie jüngstes Mitglied im Landesskiverband Brandenburg.

    Als am Sonnabendvormittag die Wettkämpfe im vollen Gange waren, stand plötzlich im Startbereich ein kleines Mädchen und beobachtete aufmerksam die sportlichen Aktivitäten im Start- und Zielbereich. Sie hieß Johanna Wolke und besuchte mit ihren Eltern die Landesmeisterschaft im Osterzgebirge.
    Wie ihre Eltern, so ist auch sie mit ihren 2 Jahren schon Mitglied im Skiclub Cottbus. Das konnte man ihr auch ansehen, mit Skianzug und Skihelm ausgestattet war sie dabei, auf den neuen Kinderski den ersten Kontakt mit dem Schnee zu üben. Das Rutschen auf dem Schnee klappte ohne Stockeinsatz auf Anhieb. Bald darauf fing Johanna an, mit den Ski in V-Stellung zu laufen, wie es die Skater tun. Die Hinweise von Ihrem Vater, mit den Ski grade zu laufen, lehnte sie vorerst ab. Sie zeigte auf einen jungen Aktiven, den sie länger beobachtet hatte. Es war der 8-jährige Niklas Pellmann von der SG Klotsche, der elegant im Skistadion im Skatingstil hin und her lief. Der kleinen Johanna gefiel das auf Anhieb.
    Als man ihr für ein Foto eine Startnummer überzog, rutschte sie sogleich mit den Ski zur Startlinie, dort wo Niklas sich zum Start für den Sprintwettbewerb einreihte. Gern wäre sie mitgestartet, aber dazu hat sie noch 6 Jahre Zeit. So feuerte sie Niklas und die Läufer mit ihrer Rassel kräftig an.
    Niklas hat den Lauf seiner Altersklasse mit viel Vorsprung gewonnen und ist somit ein Vorbild für Johanna geworden. Als er am Abend zwei Goldmedailien für seine Siege bekam, entschloss sich die Rennleitung, Johanna auch eine Medaillie zu überreichen. Sie weiß noch nicht, das man dafür viel lernen, trainieren und kämpfen muss. Aber das wird sie in ihrem Skiverein in Cottbus noch lernen. Ihren Ehrgeiz hat sie schon gezeigt und die erste Medaillie wird motivieren.
    Spätestens in 6 Jahren werden wir sie am Start wiedersehen, wo sie zeigen wird, wie sie Skifahren gelernt hat und um die Medaillienränge kämpften will. Vielleicht ist Niklas wieder dabei. Dann wird er Johanna anfeuern und ihr vielleicht einige seiner Erfahrungen weitergeben.


    Gert Poppe